Sonntag, 24. April 2011

De Figura Scaenae [Über die Figur des Schauplatzes]

Die Frage ist doch aber nun: Wie hat dieses Bild der eigenen Person, das von der problembereitenden Seite befreit worden ist, auszusehen? Freilich ist keine Vorgabe zu geben, aber dennoch gibt es nach der Befreiung des Geistes einen Ansatz:

Integriere dich, ohne integriert zu werden.

Verzweifle nicht daran, sondern erkenne den Sinn! Es ist nicht abzustreiten, dass kein Mensch unseres Planeten, wer er auch sein möge, ohne Integration zu leben vermag. Viele große Geister sind an Isolation und Fehlintegration gescheitert, mit dem festen Glauben, dies sei der richtige Weg. Weigere dich, den abgelaufenen Weg des Versagens erneut zu gehen! Viel mehr gehe den folgenden Weg. Der Schlüssel ist, wie gesagt, die Integration selbst. Aber die Integration selbst ist ein tückischer Pfad. So führt er dich zwar in Richtung eines stabilen, konstanten Selbst- und Weltbildes, aber dennoch ist sein Ende der Höllenschlund selbst. So gehe den Weg bis zum Scheidepunkt, an dem du dich zwischen Einordnung und Überordnung, zwischen Überstehen und Einreihen entscheiden kannst.
Du musst das finden, was dich ausmacht, was du verlangst und was du glaubst, das dir Welt schuldig ist. So dann, ohne Zögern, greife in den Hals des Lebens und das Maul der Welt und greife dir das, was dir zusteht. Tod und Verdammnis dem, der dich aufhalten will, dem, der dich unterdrücken will und dem, der deine zerstörte Seite wiederbeleben will. Auch ich ging diesen Weg, entlang dem Abgrund und auch ich fand das, was ich ausmache und was ich verlange. Freilich sind diese Worte, die du hier liest, ein Teil davon.

Integration fordert Positives und Negatives. Nichts, was du tun willst, um wahrlich zu leben, kommt aus dem Nichts oder gar aus dem Himmel. Lache allein, um mit anderen zu lachen. Du musst lieben, um geliebt zu werden, du musst hassen, aus tiefster Seele, um gehasst zu werden und du musst gestorben sein, um das Leben zu schätzen. Sei deine Liebe, dein Hass und dein Leben! Verschließe dich vor nichts und verneine keinen Teil von dir. Dies allein ist Teil des Friedens, den du mit dir zu schließen hast.

Wenn du dich gefunden hast, all das, was dir je gefehlt hat, dann halte daran fest, und baue dein Verlangen aus. Baue das aus, was du sein willst und stoße jeden zur Seite, der deinen Weg kreuzen will. Dann kannst du dich von der weiteren Integration befreien: Nutze das, was du aufgebaut hast, baue es aber nicht wieder auf, sondern erhebe dich wie der Phönix aus der Asche und sei der Mensch, dessen Charakter dir zusteht.

Begehe den Pfad der Integration und springe am Scheidepunkt in die Tiefen, die ihm umgeben. Sei ohne Angst, finde dein Ziel und du wirst weich landen. Immer.

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